Zitate von Hildegard von Bingen
Wenn ich mit offenen Augen betrachte,
was du, mein Gott, geschaffen hast
besitz ich hier schon den Himmel.
Der Mensch, der alles, was tönt, an seinem Klang erkennt,
zeigt sein frohes Herz im Klang der Stimme,
die er mit dem Hauch der Seele erhabt.
Die Liebe, die mit der Erhaltung von Sünden den Glauben
begründet und die Reinheit in der Kraft der Geduld auferbaut,
gleicht einer Säule, die die vier Wände eines Hauses trägt.
Im Menschen sind Feuer, Luft , Wasser und Erde und ausihnen besteht er. Vom Feuer hat er die Wärme, von der Luft den Atem, vom Wasser das Blut und von der Erde den Körper.
Die Entscheidungsfreiheit wohnt in der Seele, die als Hauch Gottes existiert, und die Gott nach der Gestalt seines Schöpfers schafft.
Mit ihr erfährt der Mensch, dass er einen Gott hat, ob er nun gläubig oder ungläubig ist,
welchen Beruf oder welche Weltanschauung er auch hat.
Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde, aus ihnen besteht er.
Vom Feuer hat er die Wärme, von der Luft den Atem, vom Wasser das Blut und von der Erde den Körper.
Es gibt kein Geschöpf, das auf einer einzigen Eigenschaft beruht und nicht mehrere hat.
Alle himmliche Harmonie ist ein Spiegel der Göttlichkeit, und der Mensch ist ein
Spiegel aller Wunder Gottes.
Der Körper ist ein geschaffenes Werk. Die Seele ist die Grünkraft des Fleisches, weil
der Leib des Menschen durch sie wächst und gedeiht, wie die Seele durch die Feuchtigkeit des Leibes fruchtbar wird.
Der Mensch soll alle Werke zunächst einmal in seinem Herzen erwägen,
bevor er sie ausführt.
Solange der Mensch maßvoll seinen leib pflegt, spiele ich in Fürbitte für ihn im Himmel aus der Zither; und solange sein Leib in Maßen durch die Nahrung erquickt wird,
singe ich zur Harfe.
Die Seele ist wie ein Wind, der über die Kräuter weht, und wie ein Tau, der auf die
Gräser träufelt, und wie die Regenluft, die wachsen macht.
Genauso ströme der Mensch sein Wohlbefinden aus auf alle, die da Sehnsucht tragen.
Der Mensch weiß wohl um das Gute, auch wenn er es nicht tut.
Ich ( die Barmherzigkeit) bin Luft und Tau und in aller Grünkraft ein äußert mildes Heilkraut. Mein Herz ist ganz erfüllt, jedem Hilfe anzubieten.
Die Tanne ist ein Sinnbild der Stärke. Geister hassen Tannenholz und vermeiden Orte,
an denen sich solches befindet. Zauberei und Magie sind dort weniger wirksam als anderswo.
Und wie der Leib ein Herz hat, so hat auch die Seele einen Verstand, der diesem teil der Seele seine Kraft ausübt wie der Wille in einem anderen Teil.
Erhebe deine Augen zu dem, der dich erschaffen hat und mit seinem Blut gereinigt.
Zeige ihm deine Wunden und erbitte von ihm die Arznei, denn Gott verschmäht die Verwundeten nicht und verachtet nicht die Schmerzen derer, die vor ihm zittern.
Der Verstand haftet an der Seele, wie der Arm am Leib. Denn wie der Arm mit Hand und Fingern vom Leib ausgestreckt wird, so geht auch der Verstand mit dem Wirken der
übrigen Seelenkräfte, mit denen er alle Werke des Menschen versteht, ganz aus der Seele hervor.
Alles ist um des Menschenwillen gemacht worden. Daher ist der Mensch das Haupt der Weltall- Glieder. Wie alle Glieder vom Kopf abhängig sind, so steht den Menschen dies alles innerlich wie äußerlich zur Verfügung.
In allen Geschöpfen, den Tieren, den Vögeln, den Fischen, den Kräutern und den Fruchtbäumen liegen geheimnisvolle Heilkräfte verborgen....